Griechenland Urlaub - Angebote finden
Zielregionen: Griechische Inseln, Kos, Mytilene, Chania, Heraklion, Kreta, Rhodos, Samos, Karpathos, Korfu, Mykonos, Skiathos, Santorini, Zakynthos, Kalamata, Kefalonia, Griechisches Festland, Athen , Alexandroupolis, Kavala, Thessaloniki, Araxos, Preveza, Lefkas
Griechenland (griechisch Elláda
Ελλ?δα
formell Ellás
Ελλ?ς
‚Hellas‘; amtliche Vollform Ellinikí
Dimokratía
Ελληνικ?
Δημοκρατ?α
‚Hellenische Republik‘, deutschsprachige
Selbstbezeichnung Republik Griechenland[5]) liegt in
Südosteuropa und ist ein Mittelmeeranrainerstaat.
Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, Mazedonien, Bulgarien
und die Türkei. Griechenland gehört seit 1981 zur
Europäischen Union.
Geographie
Die regionale Gliederung Griechenlands
Griechenland liegt am östlichen Mittelmeer im
Südosten Europas und setzt sich geographisch aus dem
griechischen Festland
am südlichen Ende des Balkans, der Halbinsel Peloponnes -
welche jedoch durch den Bau des Kanals von Korinth (eingeweiht 1893)
vom Festland getrennt wurde - sowie zahlreichen Inseln
hauptsächlich in der Ägäis, im Ionischen
aber auch im Libyschen Meer
zusammen. Die politische Grenze nach Norden bilden die Staaten Albanien
(282 km), die Republik Mazedonien (228 km) und
Bulgarien (494 km) sowie
im Osten die Türkei (206 km).[6]
Eine natürliche Grenze bildet das Ionische Meer im Westen des
Landes
mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im
äußersten Süden mit dem afrikanischen
Kontinent. Die Insel Gavdos im Libyschen Meer ist der
südlichste Punkt des Landes und gilt zudem geographisch als
südlichster Punkt Europas.
Die Topographie Griechenlands
Das Land hat eine Gesamtfläche von
131.957 km²: 106.915 km²
entfallen auf das Festland, 25.042 km² (knapp 19%)
verteilen sich auf
3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind.[7]
Auf Grund des großen Inselreichtums erzielt Griechenland eine
bemerkenswerte Küstenlänge von 13.676 km[8],
wovon etwa 4.000 km auf das griechische Festland entfallen. Die zum
Teil recht großen Distanzen innerhalb des Landes stellen im
Verhältnis
zu seiner relativ kleinen Gesamtfläche ein weiteres
geographisches
Merkmal dar. So beträgt die Luftlinie zwischen der Insel Othoni
bei Korfu und der Insel Kastelorizo
im äußersten Südosten Griechenlands 983 km.
Die kleinste geographische
Ausdehnung - mit unter 550 km Luftlinie - besitzt das Land in
ostwestlicher Richtung.
Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen
Gebirgsanteil von 77,9 % und wird daher als Gebirgsland
eingestuft. Zentrale Gebirge und Gebirgszüge des Landes sind
das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge
auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel
von Peloponnes und darüber hinaus das Ida- bzw. Psiloritis-Gebirge
auf der Insel Kreta. Höchste Erhebung des Landes ist der
Mytikas (2917 m) im Gebirgsstock des Olymp. Größere
wirtschaftlich verwertbare Ebenen
sind nur spärlich vorhanden und befinden sich
hauptsächlich in den Regionen Thessalien, Makedonien und
Thrakien.
Siehe auch: Liste griechischer Inseln, Liste der Berge oder Erhebungen in
Griechenland
Klima
Griechenland hat überwiegend ein mediterranes Klima
mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der
Küste ist
es im Winter sehr mild und es regnet häufig; Schnee
fällt nur selten.
Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich
Sommergewitter. Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich
kühler und es gibt häufig Nachtfrost, manchmal auch
starke Schneefälle.
Im Sommer ist es ähnlich wie an der Küste
heiß und trocken. Da
Griechenland sehr gebirgig ist, ist Wintersport durchaus
möglich, es
existieren 15 Wintersportgebiete unterschiedlicher
Größe.[9] Die jährlichen
Niederschläge schwanken zwischen 400 und 1000 mm.
Bevölkerung
Neben der orthodoxen, griechischsprachigen
Mehrheitsbevölkerung existieren einige religiöse und
sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen.
Da Griechenland solche Bevölkerungsgruppen aktuell statistisch
nicht
erfasst, beruhen alle Angaben zur Anzahl ihrer Mitglieder auf
Schätzungen und können je nach politischem Standpunkt
stark variieren.
Sprachen
Sprachliche Minderheiten in Griechenland
97,4 % der griechischen Bevölkerung sprechen
die neugriechische Sprache.
Bis zum Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten
Türkei und
Bulgarien in den Jahren 1920 bis 1925 als Folge der Verträge
von Neuilly (1919) und Lausanne
(1923) war Griechenland aber faktisch ein Vielvölkerstaat. Die
1925
noch etwa 15 % betragende Zahl nicht-griechischer
Muttersprachler nahm
in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ab; besonders
während der
Besetzung durch Nazideutschland (1941-45) und dem Griechischen
Bürgerkrieg
(1946-49) wurden Angehörige von Minderheiten verfolgt oder
vertrieben,
ihre Quote fiel allmählich unter fünf Prozent. Da der
griechische Staat
offiziell nur („ethnische“) Griechen
als Staatsbürger hat und keine Informationen zu sprachlichen
Minderheiten erhebt, stammen die folgenden Zahlen aus Angaben des
griechischen Staates gegenüber den europäischen
Institutionen oder
deren eigenen Schätzungen. Schätzungen verschiedener
Minderheitsorganisationen sind oft weit höher, wie aktiv die
jeweilige
Sprache noch gesprochen wird, ist jedoch nur unzureichend erforscht. [10]
| Volksgruppe |
Angehörige |
Quote |
abweichende
Schätzungen |
Sprache(n) |
| Türken |
59.000 |
0,5 % |
|
Türkisch |
| Mazedonier |
40.000 |
0,4 % |
120.000-150.000 |
Mazedonisch, Ägäis-Mazedonisch |
| Aromunen |
40.000 |
0,4 % |
80.000-120.000 |
Aromunisch |
| Pomaken |
39.000 |
0,4 % |
|
Bulgarisch |
| Armenier |
30.000 |
0,3 % |
|
Armenisch |
| Çamen und Arvaniten |
23.000 |
0,2 % |
|
Albanisch, Arvanitika |
| Roma |
22.000 |
0,2 % |
120.000-300.000 |
Romani |
| Meglenorumänen |
10.000 |
0,1 % |
|
Meglenorumänisch |
| Sarakatschanen |
10.000 |
0,1 % |
|
Neugriechisch: Sarakatschanisch |
| Juden |
6.000 |
|
|
Ladino
(auch Griechisch) |
| Summe |
279.000 |
2,6 % |
|
|
Die Dialekte des Türkischen auf dem Balkan (Rumelien)
teilen sich in das Westrumelische, das in Makedonien und den heutigen
Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen wurde, und das Ostrumelische
Ostthrakiens. Die Mundart der meisten Türken im heute
griechischen Westthrakien
nimmt offenbar eine Sonderstellung zwischen beiden ein.[11]
Die letzte staatliche Zahl zur Verbreitung des Mazedonischen
veröffentlichte Griechenland nach der Volkszählung
1951, die 41.017
„slawophone Griechen“ auswies. Aufgrund der starken
Repressionen gegen
das Mazedonische in der Öffentlichkeit gilt diese Zahl jedoch
als viel
zu niedrig. Sprachlich besteht ein Dialektkontinuum zwischen den
mazedonischen und bulgarischen Mundarten. Für die Sprache der
Minderheit werden Begriffe wie Slawomakedonisch, Slawisch,
Entopia (‚lokale Mundart‘) und vor dem Namensstreit Mazedonien
auch Makedonitisch gebraucht. Im Gebiet
Griechenlands werden (vorwiegend in Westmakedonien, namentlich in der
Präfektur Florina) mazedonische Mundarten gesprochen.[12]
Die Mundarten in Griechenland gehören überwiegend der
zentralen und der
südöstlichen Dialektgruppe an, aus den Dialekten
letzterer bildete sich
im 19. Jahrhundert eine als Ägäis-Mazedonisch
bezeichnete Schriftsprache aus, die mit dem Griechischen Alphabet
geschrieben wurde.[13]
Aromunisch, gesprochen von der Gruppe der
Aromunen (im Griechischen meist als Wlachen
bezeichnet), hauptsächlich im Gebiet der Verwaltungsregion
Thessalien
in Zentralgriechenland. Ihre Anzahl wurde auf bis zu ca. 100.000 aktive
und 300.000 passive Sprecher geschätzt. Die Zahl der Sprecher
nimmt
aber ständig, vor allem unter Kindern, ab.
Die Sprache der Pomaken wird in
Griechenland vor allem in den Präfekturen Xanthi, Rodopi und
Evros gesprochen. Die Pomaken sprechen die jeweiligen bulgarischen
Dialekte des Gebiets, in dem sie wohnen; die Westthrakiens werden als
thrakische Gruppe der östlichen Rhodopen-Dialekte
eingeordnet. Im Gegensatz zu den rund 250.000 Pomaken in Bulgarien ist
die Bindung der Pomaken in Griechenland an die Bulgarische
Schriftsprache verhältnismäßig gering, ein
eigenes Schrifttum hat sich
nicht ausgebildet.[14]
Das Westarmenische
drang während des Osmanischen Reiches von Anatolien aus nach
Griechenland, die einstige Präsenz der Armenier in
Griechenland ist
heute noch in zahlreichen Ortsnamen (z. B. Armeni
Αρμ?νι)
gegenwärtig. Größere armenische Gemeinden
gibt es in Athen und
Thessaloniki. Die Armenier erhielten 1968 die griechische
Staatsbürgerschaft. [15]
Albanisch, hauptsächlich
gesprochen im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus
in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten
Bevölkerungsgruppen im
Rest des Landes. Man unterscheidet zwischen den Standardalbanisch
sprechenden Çamen, die vorwiegend in Epirus
siedelten und 1945 als „Kollaborateure“ mit den
Besatzungsmächten fast
vollständig nach Albanien vertrieben wurden und den
über ganz Mittel-
und Südgriechenland verstreuten, griechisch-orthodoxen
Arvaniten.
Das Arvanitische hat gewisse archaische Züge das Albanischen
bewahrt
und ist im Wortschatz vom Neugriechischen so stark beeinflusst, dass es
für Sprecher des Standard-Albanischen der Republik Albanien
nicht mehr verständlich ist. Während der Pflege
vlachischer und
arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit
geschenkt wird, nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der
entsprechenden Dialekte generationsbedingt ständig ab. [16]
Die in Griechenland ansässigen Roma sprechen einen auf dem
gesamten Balkan verbreiteten Dialekt des Romani.[17]
Neben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch zahlreiche
christliche Roma ansässig (bezeichnet als Athinganoi
oder Tsinganoi),
die zu Teilen von der Mehrheitsbevölkerung assimiliert sind,
zu Teilen
jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Abgrenzung leben, die
in der Regel mit dem Grad Ihrer Erkennbarkeit als Roma einhergeht.
Meglenorumänisch, gesprochen von
der Gruppe der Meglenorumänen (im Griechischen meist als Wlachen
bezeichnet), hauptsächlich im Grenzgebiet zur Republik
Mazedonien, im Meglen-Tal. Es sind wenige Tausend Sprecher. Die Zahl
der meglenorumänisch sprechenden Bevölkerung nimmt
rasch ab.
Ladino,
die Sprache der Juden auf der iberischen Halbinsel, gelangte mit
Flüchtlingen ab dem 15. Jahrhundert ins Osmanische Reich und
wurde in
vielen Städten des heutigen Griechenland gesprochen. Es ist
heute
nurmehr in geringen Resten in Griechenland vorhanden. [18]
Russisch,
gesprochen von Rückkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen
UdSSR, deren
Hintergrund in mancher Hinsicht mit dem der in Deutschland als
Russlanddeutsche bezeichneten Bevölkerungsgruppe vergleichbar
ist.
Zuwanderung
Seit den 1990er Jahren hat sich Griechenland von einem
Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die Zuwanderung
findet aus Ländern mit griechischer Diaspora (wie z.B. den
ehemaligen
GUS-Staaten), aus südosteuropäischen Nationen (vor
allem den
Nachbarländern) sowie aus Nordafrika und Asien statt.
Die größten in Griechenland
ansässigen Zuwanderergruppen sind laut
Daten der Volkszählung von 2001 (nicht erfasst werden
griechische und
eingebürgerte Zuwanderer):[19]
- Albaner (438.036)
- Bulgaren (35.104)
- Georgier (22.875)
- Rumänen (21.994)
- US-Amerikaner
(18.140)
- Russen (17.535)
|
|
|
- Zyprer (17.426)
- Ukrainer (13.616)
- Briten (13.196)
- Polen (12.831)
- Deutsche (11.806)
- Pakistaner (11.130)
|
Religionen
- Christen: 94,7 %
- Orthodox: 93,0 %
- Unabhängig: 2,1 %
- Römisch-katholisch: 0,6 %
- Marginal: 0,4 %
- Protestantisch: 0,2 %
- Konfessionell ungebunden: 0,2 %
- Doppelt angehörig: 1,8 %
|
|
|
- Muslime: 0,3%
- Nichtreligiöse: 1,7 %
- Atheisten: 0,2 %
- Juden: 0,1 %
[20]
|
Christentum
Nominell gehören ca. 97 % der griechischen
Staatsbürger der Griechisch-Orthodoxen Kirche an, auf dem
größten Teil des Festlands dem Autokephalen
orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf dem
Dodekanes und den meisten Klöstern der autonomen
Mönchenrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki
bei Thessaloniki dem Ökumenischen Patriarchat von
Konstantinopel mit Sitz in Istanbul. Ähnlich wie in Irland und
Polen
spielte die religiöse Zugehörigkeit eine erhebliche
Rolle als
Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation,
nachdrückliches Bekenntnis zu religiösen Riten ist
daher weit
verbreitet unter der orthodoxen Bevölkerung.
Weiteren christlichen Konfessionen gehören die ca.
121.000 katholische
Christen des griechischen und des lateinischen Ritus an, des Weiteren
etwa 50.000 Zeugen Jehovas, ca. 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen
verschiedener Richtungen, und ca. 5.000 Juden.
Im Jahre 1982 wurde die obligatorische kirchliche Trauung im
Familienrecht aufgehoben und die standesamtliche Ehe als gleichwertig
anerkannt. Anfang der 1990er-Jahre wurde der Religionseintrag in den
Personalausweisen abgeschafft. Im August 2008 wurde die Verpflichtung
zum orthodoxen Religionsunterricht aufgehoben. Jeder Schüler,
der nicht
am Religionsunterricht teilnehmen will, kann während dieser
Zeit nun
Nachhilfe in Fächern seiner Wahl erhalten. Die
griechisch-orthodoxe
Kirche bezeichnet diese Regelung als „falsch und
verfassungswidrig“ und
wäre höchstens bereit gewesen die
Religionsunterrichtspflicht für
Schüler aus anderen Staaten aufzuheben.[21]
Islam
Neben der christlichen (und zumeist griechisch-orthodoxen) Mehrheit
gibt es über 500.000 Muslime. Diese setzen sich zum einen aus
Türken, Pomaken und Roma
als Staatsbürgern Griechenlands sowie zum
größeren Teil aus Einwanderern, beispielsweise aus
Albanien und Pakistan, zusammen.
Wirtschaft
Die Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte
Wirtschaft
mit einer beschränkten staatlichen Intervention. Der Wandel
Griechenlands von einem eher landwirtschaftlich orientierten Land zu
einer modernen, dienstleistungsorientierten Wirtschaftsnation begann in
den 1970er-Jahren mit einer Reihe grundlegender Reformen und der
darauffolgenden Aufnahme Griechenlands in die Europäische
Gemeinschaft
im Jahr 1981. In den Folgejahren profitierte die griechische Wirtschaft
zunehmend von der wirtschaftlichen Anbindung des Landes an das
Wirtschaftsgeschehen der europäischen Industrienationen und den
für die damals neu aufgenommenen Mittelmeerstaaten
eingerichteten Kohäsionsfonds der Europäischen
Gemeinschaft.
Seit Mitte der 1990er-Jahre befindet sich die griechische
Wirtschaft
in einem regen Aufschwung. Er beruht vor allem auf
durchgeführten
Strukturreformen, der eingeleiteten Privatisierung sowie einer
veränderten makroökonomischen Politik des
griechischen Staates, die das Ziel hatte, die Kriterien des Maastrichter Vertrags
für die Europäische
Wirtschafts- und Währungsunion zu
erfüllen. Seit dem Jahr 2000 führten der Beitritt
Griechenlands zur Eurozone, extensive Infrastrukturmaßnahmen
sowie verschiedene Großereignisse wie zum Beispiel die Olympischen Spiele im Jahr 2004
zu einer permanenten Stimulierung der griechischen Wirtschaft.
Griechenland ist heute der größte Investor im
südöstlichen Europa. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)
pro Kopf des Landes belief sich im Jahre 2005 auf 16.130 Euro[29]
bzw. 22.800 US-$[3]
Im Vergleich mit dem BIP der EU
und ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Griechenland
2003 einen Index von 81,1 (EU-25: 100).[30]
Wirtschaftsdaten
| Übersicht
[29] |
2003 |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
Entwicklung des BIP 1996 -
2006 |
| -
Bruttoinlandsprodukt: |
+ 4,8 % |
+ 4,7 % |
+ 3,7 % |
+ 4,3 % |
+ 4,1 % |
|
| -
Exporte: |
+ 1,0 % |
+ 11,5 % |
+ 3,0 % |
+ 5,3 % |
+ 4,0 % |
|
| -
Inflationsrate: |
2,8 % |
2,5 % |
3,7 % |
3,4 % |
3,9 % |
|
| -
Arbeitslosigkeit: |
10,4 % |
10,5 % |
9,8 % |
9,3 % |
8,3 % |
|
| -
Arbeitsproduktivität: |
+ 3,4 % |
+ 1,7 % |
+ 2,3 % |
+ 2,1 % |
|
|
| -
Staatsdefizit: |
5,6 % |
7,3 % |
5,1 % |
2,5 % |
2,7 % |
|
| -
Staatsverschuldung: |
97,8 % |
98,6 % |
98,0 % |
95,3 % |
93,4 % |
|
|
Die Staatsverschuldung Griechenlands ist die
zweithöchste aller EU-Länder, übertroffen
nur von Italien.
Agrarsektor
Der Primärsektor
in Griechenland verlor in der Vergangenheit immer stärker an
Bedeutung.
Der Anteil der Aktivitäten des primären Sektors an
der
Wirtschaftsleistung des Landes belief sich im Jahr 2004 auf
6,4 %.
Angebaut werden vorzugsweise für den Export bestimmte
Produkte, wie Wein (→ Weinbau in Griechenland), Tabak und
Oliven. Die wichtigsten Anbaugebiete für Weizen sind die
Regionen Thessalien, West-Thrakien, Böotien und Makedonien.
Die Nutztierhaltung in
Griechenland beschäftigt sich überwiegend mit der
Züchtung von Schafen und Ziegen. Die zwischenzeitlich neu
gesteckten Ziele, die Viehzucht
zu erweitern, führten zu einem verstärkten Anbau von
Gerste, Mais und anderen Futterpflanzen. Für den Anbau von Obst
und Gemüse ist der Boden Griechenlands geeignet, so gedeihen
Grapefruit, Soja,
Avocado und auch Spargel.
Infolge der topographischen Verhältnisse wurde lange Zeit auf
den
Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen verzichtet. Dies
änderte
sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft. Dagegen steht immer
noch die sehr kleine durchschnittliche Anbaufläche pro
Betrieb.
Aufgrund des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang in Griechenland
eine besondere Rolle zugewiesen. Der Beitrag des Agrarsektors am Export
Griechenlands liegt bei 22 %[31].
Industriesektor
Der Sekundärsektor
des Landes befindet sich seit einigen Jahren in stetigem Wachstum. Sein
Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug im Jahr 2004
22,2 %. Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine
hohe Anzahl
von kleinen und mittelständischen Unternehmen
geprägt. Wichtigste
Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die
Bauindustrie. Produziert werden traditionell Nahrungsmittel,
Textilprodukte, Metallprodukte, Erdöl- und Kohleprodukte,
Chemikalien, Glas und Zement, Maschinen
und darüber hinaus in neuerer Zeit auch zunehmend Technologie-
und Telekommunikationsprodukte. Der Industriesektor trägt zu
59 %[31]
am Exportvolumen des Landes bei. Abnehmerländer griechischer
Industrieprodukte sind unter anderem Deutschland, Italien,
Großbritannien oder die Türkei.
Dienstleistungssektor
Der Tertiärsektor
ist der größte und wichtigste Wirtschaftssektor in
Griechenland. Er
erwirtschaftete im Jahr 2004 71,4 % der griechischen
Wirtschaftsleistung. An zentraler Stelle stehen hierbei die
Tourismusbranche, der Handel, der Schiffsverkehr sowie die
Finanzdienstleistungen. Während der Handel, die
Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen
schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft
eingenommen haben, entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst
mit der Liberalisierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen
heute eine wichtige Rolle bei Investitionen
sowohl in Griechenland als auch im südöstlichen
Europa. Die griechische
Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert und bedient
mit 3.618 griechisch kontrollierten Schiffen (über 1000 GRT)
18,6 %[31] des weltweiten
Schiffsverkehrs. Der Tourismus trägt mit 10 %[31]
zur Wirtschaftsleistung des Landes bei.
Staatsausgaben
Der Anteil der staatlichen Ausgaben in Griechenland belief
sich in den Jahren zwischen 1992 und 2000 auf 7 % für
das Gesundheitswesen,
11 % für das Bildungswesen
sowie 8 % für die Verteidigung. Ziel der aktuellen
griechischen Politik ist es die Staatsausgaben zu senken, um das
Haushaltsdefizit im Rahmen der EU-Konvergenzkriterien zu halten. Das
Land hatte im Jahr 2001 und bezogen auf den EU-Durchschnitt relativ
hohe Aufwendungen im Bereich der Verwaltung.
| Staatsausgaben 2001, in
Prozent des Bruttoinlandsproduktes (EU-Durchschnitt)
[32] |
| Allg. Verwaltung |
Verteidigung |
Öffentl.
Sicherheit |
Wirt. Belange |
Gesundheit |
Bildung |
Soz. Sicherheit |
| 10,6 % (6,7) |
3,2 % (1,7) |
0,8 % (1,6) |
5,5 % (4,2) |
4,1 % (6,3) |
3,8 % (5,1) |
18,8 % (18,8) |
Siehe auch: Griechische Euromünzen
Verkehr
Schifffahrt
Durch die Geographie des Landes mit einer langen
Küstenlinie und dem
Inselreichtum kommt der Schifffahrt eine besondere Bedeutung zu.
Wichtigster Hafen ist Piräus. Von Bedeutung sind auch die
Fährverbindungen von Patras und Igoumenitsa nach Italien.
Fährschiffe verkehren zu allen größeren
Inseln.
Straßenverkehr
Die Rio-Andirrio-Brücke der zukünftigen A5
Während seit den 1960er Jahren vor allem die
Nationalstraßen
ausgebaut (und teilweise neu geführt) wurden, entschloss man
sich ab
den späten 1980er Jahren aufgrund der fortschreitenden
Motorisierung
die griechischen Autobahnen
auszubauen (bis dahin waren nur einige Nationalstraßen als
Autobahn
ausgebaut ohne separat ausgeschildert zu werden). Die Magistrale
Korinth-Athen-Thessaloniki wurde sechsspurig ausgebaut und bei Athen
mit der Spange Attiki Odos umfahren. Gegenwärtige
große Projekte sind die weitestgehend fertige Egnatia Odos (A2) im
Norden, sowie die Ionia Odos (A5).
Der Autobahnbau in Griechenland wird über
Mautgebühren finanziert,
einige wurden privat finanziert und werden erst nach einigen
Jahrzehnten in Staatseigentum übergehen.
Die regionalen KTEL-Genossenschaften
betreiben ein Netz aus Fernverbindungen mit Überlandbussen,
ebenso den
Nahverkehr in kleinen Städten und auf dem Land.
Eisenbahnverkehr
Schmalspur und Regelspur auf der Bahn in den Peloponnes
Das Eisenbahnnetz der staatlichen Griechischen
Eisenbahngesellschaft OSE besteht aus einem regelspurigen Hauptnetz,
einem meterspurigen Netz auf dem Peloponnes, der Zahnradbahn von Diakopto–Kalavrita
mit einer Spurweite von 750 mm und der 600-mm-Nebenstrecke Volos-Milies,
wo auf zwei Abschnitten Museumsbetrieb stattfindet.
Es ist in großen Abschnitten eingleisig
und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigt
worden. In den
90er Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen, wodurch u.a.
die Hauptachse Athen–Thessaloniki erheblich verbessert, die
Strecke von Larisa über Thessaloniki bis zur mazedonischen
Grenze elektrifiziert und 2004 die Athener S-Bahn (Proastiakos)
eröffnet wurde. Dies führte zu einem
beträchtlichen Anstieg der
Beförderungszahlen. Auf der Strecke
Athen–Thessaloniki ist die Bahn
mittlerweile das schnellste Landverkehrsmittel. Ein großes
Projekt ist
derzeit der Bau eines neuen Hauptbahnhofs für Athen im Norden
der Stadt.
Das schmalspurige Netz auf dem Peloponnes befindet sich weiter
auf dem technischen Stand einer Museumsbahn
und wird etappenweise durch ein regelspuriges mit neuer
Trassenführung
ersetzt. Der Anschluss von Athen bis Kiato ist fertiggestellt, der Bau
der Verlängerung nach Patras soll im Jahr 2013 abgeschlossen
werden.
Internationale Direktverbindungen bestehen zwischen
Thessaloniki und folgenden Städten: Belgrad, Budapest, Bukarest,
Istanbul, Ljubljana, Skopje, Sofia, Svilengrad
und Zagreb. Das nordwestliche Landesinnere ist nicht vom Eisenbahnnetz
erschlossen.
Aktuell sind folgende Inlandstrecken in Betrieb:
|
Fernverkehr:
- Athen–Larisa-Platy-Thessaloniki
- Thessaloniki-Serres-Drama-Alexandroupoli-Ormenio
- Volos-Larisa-Paleofarsalos-Karditsa-Trikala-Kalambaka
- Athen-Inoi-Chalkida
- Thessaloniki-Platy-Amyndeo-Florina/Kozani
- Patras-Pyrgos-Kyparissia-Kalamata
- Korinth-Argos-Tripoli
- Argos-Nafplio
- Olymbia-Pyrgos-Katakolo
- Kalamata-Messini
|
Nahverkehr:
- Proastiakos
(S-Bahn Athen: Flughafen-Ano Liosia, Piräus-Kiato; S-Bahn
Thessaloniki:
Thessaloniki Larisa; S-Bahn Thrakien: Xanthi-Alexandroupoli)
- Metro Athen (Piräus-Kifisia, Agios
Antonios-Agios Dimitrios, Egaleo-Flughafen)
- Straßenbahn Athen (Syntagma-Stadio Irinis
& Filias, Syntagma-Kolymvitirio, Stadio Irinis &
Filias-Kolymvitirio)
Museumsbetrieb:
- Anavros-Agria
- Ano Lechonia-Milies, siehe Pilionbahn
|
Gesundheitswesen
und Katastrophenschutz
Im griechischen Gesundheitssystem genießen,
ähnlich wie in Großbritannien,
alle griechischen und ausländischen Bürger, die in
Griechenland tätig
sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann
wählen
zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer
Privatpraxis;
beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung
kann in
zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung,
wobei hier
ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen
Dienstleistungen in Städten,
städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken
bestehen. In den
städtischen Zentren ist die primäre staatliche
ärztliche Versorgung
deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte
Ärztehäuser
gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung
aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man
sie
gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der
Regierungsbezirke
und in den Städten der größeren Inseln
findet. Die von zahlreichen
Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der
Inseln wird
hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden
Ärzten, von privaten
Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von
Landärzten wahrgenommen.
Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des
persönlichen
Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär
behandelt
wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland
aufhalten.
Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die
Vereinigung der Volontäre (ESEPA)
vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr hierzulande. Die geringe
Bevölkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei
Waldbränden im Sommer aus, die oft auf grob
fahrlässigem Abflämmen der
abgeernteten Felder begünstigt durch die heißen
Wüstenwinde aus der Sahel-Zone
ausgelöst werden. Die griech. Luftstreitkräfte
verfügen über die größte Flotte
von Feuerlöschflugzeugen in der EU.
Kultur und Gesellschaft
Architektur
In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer
Architektur. Gebäude wie der Parthenon oder das Theater von
Epidauros
geben einen guten Eindruck von der Qualität antiken Bauens.
Diese
wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19. Jahrhundert, der in
Griechenland von großer Bedeutung war. Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst
Ziller prägten die Städte mit großen
öffentlichen Bauten, allem voran die Architektur Athens.
Ausnahme ist der ebenfalls für den Klassizismus bekannte Karl
Friedrich Schinkel, er wählt beim Bau der Augenklinik eine
byzantinische Formensprache.
Die griechische Moderne gilt als eine der ältesten in
Europa. Als Patroklos Karantinos, Schüler Auguste Perrets,
den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte, konnte Griechenland
über
eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der Moderne aufweisen. Die hier
verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne. Walter
Gropius oder Eero Saarinen
griffen in Ihren Projekten in Athen auch subtil auf Proportionen der
Antike zurück. Einen städtebaulichen Impuls brachten
die olympischen
Spiele 2004, allem voran die Sportstätten und Brücken
des Architekten Santiago Calatrava.
Die Architektur der Kykladen
ist durch kubische Formen geprägt, deren blau-weiße,
verschachtelte
Wohnhäuser und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden.
Regional
von Bedeutung sind ferner fränkisch oder osmanisch
geprägte Altstädte.
Die Ionischen Inseln sind venezianisch geprägt, auf Kreta
stellt das Kamara-Haus eine traditionelle Bauform dar. Bedeutende
gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes, allem voran die
Altstadt von Rhodos.
Sprache
Die griechische Sprache hat ein eigenes
Alphabet, welches dem lateinischen und dem kyrillischen Alphabet als
Vorbild diente.
Die griechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene
Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen
und gelehrt. Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische, welches
Pflichtfach an Schulen ist, und (in einer jüngeren Form, der
Koine) noch im Gottesdienst der griechisch-orthodoxen Kirche benutzt
wird. Regional werden von Minderheiten Türkisch oder slawische
Dialekte gesprochen. Englisch und Französisch sind die
beliebtesten Fremdsprachen, seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied
der Francophonie.
Seit den 1990er Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel
und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden, wie
Albanisch, Bulgarisch oder Russisch.
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